SZ 09.02.2026
17:20 Uhr

(+) FC Bayern gegen RB Leipzig: Pokalspiel soll trotz Streiks im Nahverkehr stattfinden – Notprogramm bei der U-Bahn


Den Fans des FC Bayern und von RB Leipzig steht am Mittwoch eine beschwerliche Anreise zum Stadion bevor. Was der Verein und die Münchner Verkehrsgesellschaft Arena-Besuchern empfehlen.

(+) FC Bayern gegen RB Leipzig: Pokalspiel soll trotz Streiks im Nahverkehr stattfinden – Notprogramm bei der U-Bahn

Die Fußballer des FC Bayern können sich seit der Eröffnung der Arena in Fröttmaning im Jahr 2005 auf eines verlassen: Sie spielen nahezu immer in einem ausverkauften Stadion vor vollen Rängen. Doch das könnte sich an diesem Mittwoch ändern, wenn RB Leipzig um 20.45 Uhr die Bayern im DFB-Pokalviertelfinale herausfordert. Allerdings nicht, weil die Fußballer aus Sachsen ein besonders unattraktiver Gegner wären, sondern weil vielen Fans die Anreise zu beschwerlich sein dürfte.

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Mittwoch von 3.30 Uhr an zu einem 24-stündigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Es ist nach Montag vergangener Woche der zweite Warnstreik in der Tarifauseinandersetzung mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) in München. Und dieser erste Ausstand hat deutlich gemacht, dass streikende U-Bahn-, Trambahn- und Busfahrer den Nahverkehr nahezu komplett zum Erliegen bringen können. Am vergangenen Montag fuhr während des eintägigen Warnstreiks nicht eine einzige U-Bahn in der Stadt.

Für viele Fußballfans, die sich das regelmäßige Verkehrschaos rund um die Arena sowie lange Wartezeiten vor dem Parkhaus des Stadions ersparen wollen, ist die U6 das zentrale Verkehrsmittel, um nach Fröttmaning zu kommen.

Das ist auch der Gewerkschaft Verdi bewusst, die sich dennoch – oder gerade deshalb – dafür entschieden hat, an diesem Mittwoch zur Arbeitsniederlegung im Nahverkehr aufzurufen. „Natürlich tun uns die Fans leid, wie auch die Pendlerinnen und Pendler, die ein Streik auch hart trifft“, sagt Haris Softic von Verdi München. „Aber wir streiken nicht gegen die Menschen in dieser Stadt, sondern dafür, dass sich U-Bahnfahrer, Rangierer, Mitarbeitende in den Stellwerken das Leben in München wieder leisten können.“

Mit einem Schreiben haben sich im Vorfeld des Pokalviertelfinales die Verdi-Vertrauensleute der Münchner Stadtwerke (SWM) und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) an mehrere Fan-Organisationen des FC Bayern gewandt und dabei um Verständnis für den Warnstreik geworben. Darunter die Ultrafans der Münchner Schickeria. „Wir wollen Euch keinesfalls das Leben schwer machen, aber der Streik ist notwendig, weil die Arbeitgeber nicht auf unsere Argumente hören“, schreiben die Gewerkschafter an die Bayern-Fans. Verdi, so heißt es weiter, weise seit Jahren darauf hin, dass der öffentliche Personennahverkehr verdoppelt werden könne, „damit ihr zuverlässig ins Stadion kommt und wir alle zur Arbeit, in die Schule und von der Kneipe nach Hause“; dafür seien Investitionen in die Infrastruktur und die Beschäftigten notwendig.

Einem Verdi-Sprecher zufolge sei der Brief an die Fans in zahlreichen Chat-Gruppen geteilt worden und habe bei den Anhängern vor allem positive Resonanz ausgelöst. „Die meisten hatten echt Verständnis für unser Anliegen.“ Das Schreiben schließt mit einem Appell: „Wir hoffen, dass wir an diesem Tag auf Eure Solidarität zählen können.“

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im bayerischen Nahverkehr 668,75 Euro mehr im Monat sowie die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderungen bezeichnen die Arbeitgeber wegen der schlechten Haushaltslage der Kommunen als realitätsfern.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete, schloss FC-Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen eine Verschiebung des Spiels zunächst nicht aus. Das ist nun offenbar vom Tisch: Am Montagnachmittag veröffentlichte der Verein auf seiner Homepage Informationen zum Spiel und wies darauf hin, dass es wegen des Warnstreiks „bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu großen Beeinträchtigungen kommen“ könne. Das ist nicht übertrieben.

Auf U-Bahn-Linie U6 wird es einen Notbetrieb geben: Die MVG bietet zwar Sonderfahrten zur An- und Abreise des Fußballspiels in der „üblichen Kapazität“ an. Die U-Bahn fährt aber nur zwischen 17.30 Uhr und Betriebsschluss im Abschnitt Marienplatz – Fröttmaning. Damit ist das Stadion mit der U-Bahn zu erreichen. Im übrigen Netz bleibt die U-Bahn aber außer Betrieb, auch Garching wird nicht angefahren. Um größere Engpässe unmittelbar vor Spielbeginn zu vermeiden, empfiehlt die MVG eine möglichst frühzeitige Anreise, das Stadion öffnet um 18.30 Uhr.

Alternativ steht von 16.30 Uhr an ein Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke zur Verfügung, der zusätzlich verstärkt wird. Die Busse fahren aber nicht direkt zur Allianz Arena, sondern zum Kieferngarten. Von dort ist die Allianz Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar. Nach dem Spiel fahren die Busse bei Bedarf vom Kieferngarten auf direktem Weg zum Stachus.

Ansonsten können Fans auch mit dem Auto anreisen, doch hier sind die Kapazitäten begrenzt: An der Arena gibt es rund 11 000 Parkplätze, dazu kommen noch die rund 1250 Stellplätze in der Park-and-Ride-Anlage in Fröttmaning. Für die Wohngebiete im Umfeld der Arena gelten an Spieltagen Einfahrtverbote, alternativ empfiehlt der Verein aber auch eine „entspannte Anreise“ mit dem Fahrrad.

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